Design Thinking – Warum Duschen nicht immer hilft
Geschrieben von Ute Kretschmer-Risché | Blog

„Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ Diese Frage wird uns immer wieder gestellt. Dabei müssen wir unterscheiden: Zwischen dem Geistesblitz, der mich als Individuum typischerweise beim Duschen oder Autofahren überfällt und dem Prozess für kreative Lösungen im Team. Das kommt auf die Aufgabenstellung an. Je komplexer das Thema, umso wichtiger, dass ich mich aus meinem stillen Kämmerchen (oder der Dusche oder meinem Auto oder …) hinausbewege. Ideal: ein Treffen von Mitdenkern verschiedener Disziplinen. Das können Konzeptioner, Techniker, Designer, Marketer, Marktforscher, Vertriebler sein …

Für diesen Vorgang gibt es natürlich Techniken. Die Sommerakademie des Marketing Clubs Karlsruhe lud zum Workshop „Erfolgreich neue Produktideen entwickeln … eine Einführung in die Design Thinking Methode“. Die beiden Referenten Saskia Jancik und Heiko Stapf, Geschäftsführer Cyber Manufaktur GmbH, gaben Einblick in ihre Projekte, in Chancen und Hemmnisse. Wir (rund 30 Teilnehmer) durften uns in 2er-Gruppen an Aufgaben erproben. Wahlweise: Entwickle eine ideale Geldbörse oder einen idealen Schlüsselbund.

Fragen Sie sich doch mal: Was wäre Ihre Idee? Was würde bei Ihnen rauskommen?

In 10 Schritten näherten wir uns den verschiedenen Lösungen: unter anderem vom Interview (Was will, braucht, denkt der Kunde bzw. der Markt?) über „Erfasse die Resultate“, „Formuliere den Standpunkt“ bis zu „Gestalte deine radikale (!!!) Lösung und hole dir Feedback“. Unser Mini-Team entwickelte die Idee für einen neuen Schlüsselbund. Siehe das Bild oben! Nein, keine Verwechslung! Wir präsentierten  das runde Ding, die Tonne! Ausgehend von 3 Gedanken, die wir mit einem Schlüsselbund verbinden: Die Dinger sind meistens schwer, oft nicht zu finden und benötigen zum Mitführen Hosen- oder Handtasche (schwierig beim Joggen oder am Strand!).

Unser Ansatz: 1. Wir heben die Gegenständlichkeit, das Material der Schlüssel auf. 2. Wir heben das Besitzstanddenken auf. Warum muss ein Schlüssel etwas wegsperren? Unser Weiterdenken der Share Economy. Zum Beispiel: gemeinsames Wohnen und gemeinsame Autonutzung. Und für was brauchen wir die Tonne? Sie ist das Ergebnis unseres Prototypen-Baus. Bei einem realen Projekt hätten wir die Stärken und Schwächen in der Praxis erprobt.

Mein Fazit: Methoden helfen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich weiterzuentwickeln. Ich bin keine Anhängerin der reinen Lehre. Ich brauche Mischformen und suche mir überall, was mich, mein Team, unsere Aufgaben und somit unsere Kunden weiterbringt. In Schemen lasse ich mich nur schwer pressen. Aber als kleine Gedankenstütze, nur ja nichts zu vergessen, sind solche Modelle geeignet. Vor allem wenn sie ermahnen, dass unkonventionelle Ideen nicht einfach in Ablage P verschwinden, nur weil es zu schnell zu viele Bedenkenträger gibt.

Und jetzt konkret unsere Tonne? Welche Rolle spielte sie im Workshop und für unsere Schlüsselbund-Idee? Das erzähle ich Ihnen gerne bei einer Tasse Kaffee in unserer Agentur. Kommen Sie vorbei. Erleben Sie unsere Form des Design Thinking. Auch für Ihr Projekt und Ihre Anforderung. Und was nötig ist, damit wir gemeinsam Erfolge erzielen.

Was meinen Sie? Bitte schreiben Sie mir.

ute.rische@agentur-exakt.de