Kalender 2016


Jeden Tag ein Mehrwert

Kalender 2016


Begleiten Sie uns durch das Jahr – mit unserem Kalender 2016.

Bei jedem Jahreswechsel fragen wir uns: Was wird kommen? Wie wird es sein?

Unter dem Eindruck des Jahres 2015 haben wir Begriffe gesammelt. Pro Monat einen Ausdruck, der für einen Wert in unserem Leben steht. Übersetzt in verschiedene Sprachen – als Zeichen der Vielfalt. Begleiten Sie uns auch hier das Jahr über mit vielen Geschichten, kleinen Interviews und Gedanken. Falls Sie keinen Kalender bekommen haben, schicken Sie uns bitte eine Mail (Wir senden Ihnen einen Kalender, solange der Vorrat reicht).

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Januar 2016: Frieden

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Friedenszeiten. Friedensmission. Friedensplan. Betriebsfrieden. Burgfrieden.
Und das Gegenteil: Krieg.

Was fällt Ihnen beim Begriff Frieden ein?

Haben Sie vielleicht das Bild von Pablo Picasso vor Augen? Die Taube mit dem Ölzweig im Schnabel. Gezeichnet 1949 für den Pariser Weltfriedenskongress. Seine Tochter, die während des Kongresses geboren wurde, bekam den Namen Paloma. Das spanische Wort für „Taube“. Sechs Jahre darauf erhielt Picasso für sein Bild den Weltfriedenspreis. 

Und was tun Sie, was tun wir für den Frieden, z.B. am Arbeitsplatz?
Wir sollten das gute Miteinander stärken. Das beginnt bei der Kommunikation. Haben Sie Spielregeln im Umgang definiert? Gerade auch als Leitfaden für neue Mitarbeiter.

Mit kleinen Tipps: „Wir freuen uns, wenn Sie uns alle im Team morgens begrüßen und sich abends verabschieden.“ Klingt simpel, ist es auch. Aber wir wissen aus Erfahrung: Diese Form der Höflichkeit ist nicht jedem gegeben. Dazu gehört auch die Definition, wer wen duzt.

Wir unterstützen Sie: bei einem Workshop. Bei der Entwicklung Ihres Leitbildes. Bei der Umsetzung von Mitarbeiterzeitungen. Für die IHK Karlsruhe haben wir speziell ein Einstiegsworkshop für neue Azubis entwickelt. Zum besseren Start ins Berufsleben.

Übrigens: Wir sind nicht immer politisch korrekt. Fragen Sie uns doch mal nach unseren derbsten Witzen … Oder wie wir für den Frieden zwischen unseren Agenturhunden sorgen.

FEBRUAR 2016: WÜRDE

2. februar

Wann haben Sie das letzte Mal den Begriff „Würde“ benutzt? Wie wichtig die Würde ist, zeigt uns das Deutsche Grundgesetz. Gleich im ersten Abschnitt heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Doch wie so oft, wenn es um Werte geht, reicht uns ein Satz nicht. Was ist denn Würde? Und wie definiert es jeder? Mir gefällt die Ausrichtung, die Bertolt Brecht dem Sinn nach beschreibt: Die Ehre als etwas Äußeres, die Würde als das Innere.

Gibt es eine spezielle „Arbeitswürde“? Mir gefällt die Definition von Knut Dethlefsen, Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Warschau: „Arbeit ist wichtig für jeden Menschen. Sie gibt Würde, schafft Identität und sichert durch das Einkommen die Lebensgrundlage. Arbeit muss aber auch menschenwürdig sein. Deshalb will ich mich für gute Arbeit einsetzen. Das heißt: Arbeit für alle, faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Arbeitschutz und soziale Absicherung. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit steht dabei im Zentrum.

Über Arbeit definieren sich viele Menschen. Das stellt einen großen Wert in unserem Leben dar. Nimmt auch viel Zeit in unserem Tagesablauf ein. Umso wichtiger, dass wir zufrieden sind, stolz sein können, gerne zur Arbeit gehen, motiviert sind und uns einbringen (können). In vielen Gesprächen höre ich immer wieder, was Arbeitenden wichtig ist: Wertschätzung, Information und Verbindlichkeit als Sicherheit. Das gehört alles zur Würde des Einzelnen.

Wer definiert in Ihrem Arbeitsbetrieb die Würde? Der Chef? Der Betriebsrat? Das Team? Sie selbst? Hoffentlich alle zusammen. Zu abstrakt? Hat zu wenig mit dem produktiven Ablauf zu tun? Als berechenbare Größe kann Würde nicht dienen. Nach der Dschungelshow auf RTL las ich in der „Süddeutschen Zeitung“: „Menderes kriegt seine Würde wieder“. Erst genommen, dann zurück gegeben? Würde, so sagte mir ein Freund, hat auch damit zu tun, dass man in manchen Situationen nicht sein Gesicht verliert. Selbst nicht bei Fehlern, wenn etwas peinlich ist oder man scheitert. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Eine schöne Maxime. Leben wir danach. 

Übrigens: Bei Teamentwicklungen steht dieses Thema an erster Stelle bei unseren Workshops. Fragen Sie doch mal danach, was wir für Sie tun können.

März 2016: Demokratie

3. märz

Wir haben diesen Monat in drei Bundesländern Landtagswahlen, auch bei uns in Baden-Württemberg. Freie und unabhängige Wahlen. Das beste Zeichen für eine Demokratie – unser Wort des Monats. Demokratie ist die Basis unserer Gesellschaft in Deutschland, auch in unserem Arbeitsleben. Im Grunde treffen sich im Wert der Demokratie alle unsere Wörter des Jahres: Freiheit gehört dazu, auch Respekt und natürlich Würde. Hier zeigen unsere Grundrechte das schöne Gesicht von Deutschland.

Warum uns das Thema wichtig ist? Als Agentur für Marketing und Kommunikation treten wir natürlich für die Freie Meinungsäußerung ein. Ein Grundpfeiler in unserer Demokratie. Ich mag mir nicht vorstellen, wie sich Zensur auf unsere Arbeit auswirken würde. In einer Demokratie ist das undenkbar. Darüber machen wir uns im Team oft Gedanken. Gerade wenn wir mittags zusammen essen. Wir diskutieren über Gott und die Welt. Aktuelle Themen: die Auftritte von rechtsradikalen Parteien, die Schmähungen auf Facebook oder auch das Parteienverbotsverfahren in Karlsruhe zur NPD. Pro und Contra, was eine Demokratie aushalten muss. Aktuelle Themen haben bei uns in der Agentur und gerade am Tisch einen besonderen Platz. Nur wenn wir wissen, wie die Welt, Europa, unser Land und unsere Region ticken, können wir beraten und passende Kampagnen entwickeln.

„Geiz ist geil“ war dem Zeitgeist geschuldet. Im Marketing eine wahrhaft geile Idee. Gesellschaftspolitisch nicht unbedingt. In alle Richtungen schauen, Reaktionen vorher sehen, Entwicklungen einkalkulieren – das können Sie bei uns erwarten. Was in Ihrem Auftritt bei (potenziellen) Zielgruppen ankommt, aber auch, was zu Kontroversen, ob sinnig oder nicht, führen könnte. Wir sind für Sie da.

 

 

April 2016: Grundrechte

4. april

Warum sind die Grundrechte auch in einem Unternehmen oder einer Organisation wichtig? Weil sie die Basis für unseren Umgang miteinander definieren. Auch wenn es etwas aus der Mode gekommen scheint: Die Grundrechte eines Unternehmens können in einem Leitbild definiert werden. Wir begleiten bei der Erstellung Betriebe und Abteilungen.

Zwei wichtige Punkte als Voraussetzungen: 1. Sich gemeinsam klar werden, was dem Team, der Gemeinschaft wichtig ist und was diese Einheit im besten Falle ausmacht. 2. Ein Leitbild darf kein theoretisches Konstrukt sein, das den Mitarbeitern übergestülpt wird. Es muss akzeptiert und in die Arbeit integriert werden. Ich muss dabei immer an das Leitbild eines Krankenhauses denken. Während ich im Gang auf mein Arztgespräch wartete, las ich die ausgehängten Leitlinien. So ziemlich jeder Punkt wurde durch das, was ich in dem Augenblick sah und erlebte, ad absurdum geführt. Die propagierte Diskretion war ein Witz, weil alle Türen offen standen. Die erklärte Hygiene rief bei mir Ekel hervor, als ich  beschmutzte Zeitschriften herum liegen sah. Und selbst die versprochene Herzlichkeit gegenüber den Patienten war nur eine Worthülse, als ich harsch aufgerufen wurde, dass ich jetzt „dran sei“. Solch ein Leitbild braucht keiner. Diese Grundrechte werden nicht gelebt.

Also, was ist der passende Weg? Was machen überhaupt Grundrechte aus? Ein Blick in die Geschichte: Kurz nach dem II. Weltkrieg hat eine Kommission unser deutsches Grundgesetz erarbeitet. Eine Meisterleistung, wie ich finde. Basis ist das Idealbild einer demokratischen Gesellschaft mit Grundrechten des Individuums und der Gesellschaft. Unsere Grundrechte sind die konkrete Weiterentwicklung der Menschenrechte, die allen zustehen. Oder besser: zustehen sollten. Jedes Land hat seine eigene historische Entwicklung: die Magna Charta der Engländer, die Bill of Rights in den USA, die Libertés publiques in Frankreich …

In den Verträgen der Europäischen Union, zu denen die „Charta der Grundrechte“ gehört, verpflichtet sich die Wertegemeinschaft zu allgemeinen Menschen- und Bürgerrechten in sechs Titeln: Würde des Menschen, Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Bürgerrechte und justizielle Rechte. Auch hier steht wie in unserem Grundgesetz in Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Ob das letztendlich gerade in dieser Zeit in der EU gelebt wird, ist eine ganz andere Frage. Und damit sind wir wieder bei den Grundvoraussetzungen, wann Grundrechte und ein Leitbild Sinn machen: Die schönen Worte reichen nicht. Sie müssen in der Aussage auch als Taten folgen …

 

 

Mai 2016: Freiheit

5. mai

„Die Freiheit nehm ich mir“ – das war ein Slogan der Kreditkarte VISA. Verfilmte Mini-Stories über Menschen, die sich alles mögliche gönnen, Hauptsache sie haben eine VISA zum Zahlen dabei. Der Slogan und die Botschaften kamen an, VISA baute seinen Marktanteil aus. Beim Werte-Index 2016 von der Agentur Trend mit TNS Infratest führt bei den Werten der Begriff „Freiheit“ weiterhin an erster Stelle. Gefolgt von Natur, Ehrlichkeit, Familie …

Freiheit – das vermittelt uns ein ganzes Bündel von Wohlgefühlen. Das klingt, riecht und schmeckt nach ungezügelter Abenteuerlust. Oder gehe ich selbst den Werbebotschaften auf den klebrigen Leim? Freiheit, da denke ich doch an Zigarettenwerbung. Wenn der Cowboy in der endlosen Prärie der Sonne entgegen reitet: “Marlboro, der Geschmack von Freiheit und Abenteuer”. Warum ich als Nichtraucherin darauf abfahre? Weil es eben viel mehr in mir anspricht als die nicht-vorhandene Nikotinsucht. Paradoxerweise gab es 2001 eine europaweiten Kampagne gegen das Rauchen: „Feel free to say no.“

Freiheit – ein Wert, den sicher jeder anders definiert. Oder zumindest mit anderen Begriffen in Beziehung setzt. Freiheit und Gedanken. Freiheit und Reisemöglichkeit. Freiheit und Berufswahl. Freiheit und Kritik. Freiheit und Wahlen. Natürlich kann nicht jedes Produkt mit diesem Schlagwort glaubwürdig beworben werden. Beziehungsweise es ist auch umgekehrt: Wer nicht durchgängig transparent, konsequent und sympathisch wirkt, macht sich mit dem Loblied auf die Freiheit geradezu lächerlich. Soziale Medien schlagen dann mit Häme zurück. Berühmtes Beispiel: Nestea/Nestlé. „Zeig jetzt allen #DeineFreiheit“ wurde dem Schweizer Giganten zum Verhängnis. User posteten statt positiver Bildchen Beiträge zu miesen Geschäften mit Trinkwasser, Tierversuchen oder Umweltskandalen mit Palmöl. Hier wurde das schöne Lied auf die Freiheit zum Abgesang der Glaubwürdigkeit. Das aber ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Werbung.

Juni 2016: Freie Wahlen

6. juni

Bei Wahlen denken wir sofort an die Bestimmung von Parlamenten auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Dabei geht es um unsere freie Willensentscheidung in allen Lebensbereichen. Letztendlich hängt alles zusammen: Meinungsfreiheit führt zu Meinungsbildung und dann eben zu der Bestimmung, was für uns gut oder schlecht ist, richtig oder falsch, hell oder dunkel. Wir entscheiden jeden Tag, was wir anziehen, essen, kaufen, anschauen oder hören, mit welchen Menschen oder Dingen wir uns umgeben und natürlich was wir lieben oder ablehnen. „Konflikt ist Freiheit“, sagte der Soziologe Sir Dahrendorf. Konflikt ist permanent ein interner und externer Austausch. Ein Streiten um das Wahrhaftige – aus unserer Sicht.

Wie weit bzw. tief dieser Dialog geht, hat auch etwas mit unserem Widerpart zu tun. Das kann durchaus die eigene Stimme sein. Kaufe oder kaufe ich nicht? Esse oder esse ich nicht? Wähle ich das oder jenes? Oder eben auch gar nichts. Um einen Entscheidungsprozess durch eine Wahl abzuschließen, brauche ich Grundlagen: Fakten oder was jeder darunter versteht, vielleicht auch eine zweite Meinung – und jede Menge Emotionen. Der Psychologe Manfred Spitzer fragte bei einem Vortrag in Karlsruhe seine Zuhörer, welches die zwei wichtigsten Entscheidungen des Lebens seien. Schnell war sich das Auditorium einig: Welchen Beruf jemand ergreift und wen man heiratet. Doch die wenigsten werden dabei schriftlich eine Pro- und Contra-Liste erstellen. Was spricht für den Menschen, den ich heirate? Und was dagegen?

Wir leben in einer Welt voller Bilderfluten. Besonders bestimmt durch unsere Medien. Die Optik lenkt  meistens den ersten Eindruck über jemanden oder etwas. Deshalb trägt Justizia eine Augenbinde. Pech nur, dass das Recht von sehenden Juristen gefällt wird. Oder ist das Glück? Unsere Wahl für oder gegen etwas ist demnach nur bedingt „frei“. Umso wichtiger, dass wir den Prozess der wichtigen Entscheidungen bewusst wahrnehmen. Selbst wenn unsere Gefühle dabei die Regie führen. 

„Frei“ impliziert auch, dass wir selbst entscheiden und nicht anderen folgen müssen. Zumindest nicht in der Theorie. Dabei sollte man sich ab und an fragen, warum man sich für oder gegen etwas entscheidet? Was hat uns gelenkt oder gar manipuliert? Längst sind wir durchschaubar, z.B. in unserer Konsumhaltung. Amazon schlägt uns beim Kaufen vor, was uns gefallen könnte. Google weiß alles über uns; Payback, Visa und die elektronischen Systeme sowieso. Wann sind wir also frei? Sie haben die Wahl …

 

Juli 2016: Arbeit

7. juli

Monatsanfang. Im Juli ist der erste Tag des Monats ein Freitag. In den Radiosendern wird das Wochenende schon am Morgen eingeleitet. In manchen Sendungen bereits am Wochenanfang: Was ist das Beste am Montag?, heißt es da süffisant. Die Aussicht auf Samstag und Sonntag, lautet die frustrierende Antwort. Was für eine traurige Einstellung! Findet das Leben nur in der Freizeit statt, wird die Existenz zur Qual. Denn in der Regel stecken wir doch in einer 35-Stunden-und-mehr-Woche „auf Arbeit“. Augen auf bei der Berufswahl.

Wer keine Arbeit hat, merkt schnell, was ihm fehlt. Denn Arbeit bedeutet nicht nur geregeltes Einkommen, sondern auch geregelter Tagesablauf. Eine Struktur für sich selbst. Die Gefahr ist groß, einfach in den Tag reinzuleben. Grundsätzlich ein verlockender Gedanke – solange das zeitlich begrenzt ist, ähnlich wie in einem Urlaub. Langzeitarbeitslose berichten, wie schnell zum Faulenzertum die Unzufriedenheit kommt. Das Nagen am Selbstbewusstsein gipfelt oft in der Frage: Was bin ich denn noch wert?

Ein gefährlicher Kreislauf. Ohne Arbeit keine Bestätigung. Ohne Bestätigung kein Selbstwertgefühl. Ohne Selbstwertgefühl kein freies Auftreten. Eine Negativspirale, die auch Rentner und Pensionäre herunterziehen kann. Unsere Welt definiert sich über Arbeit und Erfolg. Eine Binsenweisheit. Wer sich dessen nicht bewusst ist, tappt in die Frustfalle. Können Sie sich an Loriot in „Pappa ante portas“ erinnern, als der freigestellte Disponent die privaten Familieneinkäufe als Großaufträge abwickelte? So schnell können wir nicht umschalten … Wohl dem, der sein Leben selbst bestimmt angehen und ausfüllen kann. Denn Arbeit bedeutet auch soziale Kontakte. Deshalb ist unser Vereinsleben und unser Engagement für unsere Gemeinschaft so wichtig.

Neudeutsch wird oft von der Work-Life-Balance gesprochen. Ein Begriff, der mich schaudern lässt. Klingt, als ob es ein Gegensatz wäre, den wir zusammenführen müssten: einerseits das (pralle) Leben, andererseits die (dröge) Arbeit. Wer das nötig hat, sollte seine Einstellung und seine Lebenspraxis dringend überdenken. Mir ist schon klar, dass unselbstständige, fremdbestimmte Arbeit nicht immer Spaß machen kann. Viele müssen mit Hilfsjobs, Zweit- oder Drittjobs über die Runden kommen und sich in Mehrschichtbetrieben auch körperlich quälen, da sind meine Ausführungen blanke Theorie. Aber wer einen guten Job nach Ausbildung oder Studium hat, sollte sich nicht mit der einseitigen Ausrichtung „Wann ist endlich Wochenende?“ zufrieden geben.

Da sind diese Fragen hilfreich:
Was will ich? Was ist mir wichtig?
Wie sehe ich mich? Und in ein paar Jahren?
Mit wem kann ich eine Standortbestimmung oder Neuausrichtung besprechen?
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Wie sieht mich mein Arbeitgeber? Wie sind meine Perspektiven?
Viele Unternehmen gehen diese Planung pro-aktiv an. Ansonsten ist die Eigeninitiative und selbstaktive Rolle der beste Schritt, um den Montag als ersten Wochentag nicht als Qual zu empfinden… In diesem Sinne: carpe diem! Nutzen wir (so weit möglich) unsere Tage. Bei der Arbeit. Und in der Freizeit. Wir Kreativen sowieso: mit Freude am Austausch untereinander und mit unseren Kunden sowie Projektpartnern!

 

 

August 2016: Bildung

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Nach meiner mündlichen Abiturprüfung schmiss ich meine Tasche in mein Zimmer und jubelte: „Nie wieder eine Prüfung. Nie wieder lernen.“ Ich erinnere mich noch gut an den tadelnden Blick meines Vaters: „Wenn du so etwas sagst, hast du das Reifezeugnis nicht verdient.“ Natürlich hatte er recht und ebenso natürlich wusste ich, dass mein Wunsch weder fromm noch chancenreich war. Auch wenn ich keine gute Schülerin war, so hatte ich doch eine Motivation: Ich wollte mitreden und ernst genommen werden. Dazu brauchte ich Wissen, Rhetorik und ein gutes Auftreten.

Das bedeutete in den 70er und 80er Jahren: Gedrucktes lesen, lesen, lesen – und zuhören. Aufmerksam sein. Ich war Dauergast in der Stadtbibliothek und sammelte alle Zeitungen und Zeitschriften, die ich in die Hände bekommen konnte. Vom Politikmagazin über Geo oder ars bis hin zum Jägerblatt. Alles war spannend. Und wie ist das heute?

In den Medien haben viele Erfolg, die weder über vielfältiges Wissen verfügen, noch über gefeilte Rhetorik oder gutes Auftreten. Lautsprecher-Menschen und Blender können weit kommen. Bleibt die Bildung also auf der Strecke? Zunächst mal ist Bildung Menschenrecht und Teil der UN-Menschenrechtscharta: „… Bildung muss zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein…“ Haben wir deswegen so viele Kriege und Streitigkeiten, weil Bildung fehlt?

Bildung ist oder sollte zumindest der Einstieg in ein Leben mit mehr Chancen sein. „Bildung hat in der modernen Gesellschaft einen hohen Stellenwert“, so die Soziologin Jutta Allmendinger: „Sie entscheidet maßgeblich über Lebenschancen und befähigt Menschen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“ Aber was ist denn nun Bildung? Die Summe aller Schulfächer? Vorausgesetzt, wir lernen, was uns vorgesetzt wird? Nach dem früheren Automanger Daniel Goeudevert ist Bildung „ein aktiver, komplexer und nie abgeschlossener Prozess, in dessen glücklichem Verlauf eine selbstständige und selbsttätige, problemlösungsfähige und lebenstüchtige Persönlichkeit entstehen kann“.

Bildung ist demnach weit mehr als Wissen. Denn Wissen alleine schleppen wir mit unserem Smartphone und Google, dem größten Lexikon aller Zeiten, permanent mit uns herum. Wir könnten also die klügsten Menschen aller Zeiten sein. Noch nie war es so einfach, an Wissen zu kommen. Aber ständig erlebe ich Menschen wie das Kaninchen vor der Schlange. Fast in Schockstarre. Oder zumindest in Lethargie. „Bild dir deine Meinung“ wirbt die BILD-Zeitung und bietet Häppchen-Journalismus mit boulevardesker Aufbereitung. Nur die Welt ist sehr komplex und eben nicht auf reduziertem Schlagzeilenformt zu erklären. Wer sich wirklich eine Meinung bilden will, braucht viele Infos und ein Denk-System, um z.B. keinen manipulativen Botschaften auf den Leim zu gehen.

Leider lese ich in Bewerbungen äußerst selten die Aussage: „Ich bin lernbegierig. Ich möchte gerne mehr wissen.“ Vielleicht haben Lernen und Bildung mittlerweile ein schlechtes Image. Langweilig, bieder, old school. Das wäre doch mal was: „Ich lerne so gerne“, strahlt eine junge Frau in die Kamera – und wirkt äußerst sexy. Ich bin mal wieder nicht realistisch. Attraktiver sind Ablenkungsmöglichkeiten. Denken wir nur an Computerspiele, TV-Progamme rund um die Uhr oder auch den derzeitigen Hype um Pokémon. Bestimmt bekomme ich jetzt den Einwand: Dabei könne man auch lernen. Nur was?

Dabei kann es nichts Wichtigeres geben, als dass wir jungen Menschen die Freude an Bildung, die Lust am Lernen und den Eifer am Weiterentwickeln vermitteln. Wissen alleine reicht jedenfalls nicht. Es geht um die Transferleistung: Bildung, Ereignisse und Entscheidungen in den richtigen Kontext zu setzen. Das ist  mehr als reines (Auswendig)Lernen und zeigt sich nicht nur in guten Noten. Da braucht es Erfahrung, Mut zur Entscheidung und die Bereitschaft, von anderen Beratung anzunehmen. Auch oft zu schweigen, zuzuhören, zu lesen und erst alle Fakten zu sammeln. Bild dir … deine Meinung. Entwickle Hirn – und Herz. Aus dieser Gemengelage entstehen weise Schritte.

In diesem Sinne: carpe diem. Nutzen Sie die Weisheit des Lebens. Tragen Sie selbst dazu bei. Bildung fördert Denken. Denken fördert Bildung.

September 2016: Gleichberechtigung

9. september

Gleichberechtigung ist als Wort schnell definiert: Die Zusicherung gleicher Rechte ohne Rücksicht auf Geschlecht, Alter, Rasse, Religion, Behinderungen oder sexuelle Neigung. Das sehen in vielen westlichen Ländern die Verfassungen vor. Aber das ist längst keine Gewissheit, dass Gleichberechtigung auch wirklich alle gleichermaßen erleben. Denn dieser Wert kann zwar im Einzelfall eingeklagt werden, aber akzeptiert und gelebt werden muss er in der Gesellschaft.

Gleichberechtigung wird oft im gleichen Atemzug wie Emanzipation genannt. Genau wie Frauenbewegung und Feminismus. Als ob Gleichberechtigung nur ein Wunsch von blaustrümpfigen Frauen wäre. Gleichberechtigt, sagte in einem Kundengespräch eine Gewerkschafterin in unserer Agentur, „sind wir erst, wenn Frauen genau so viel verdienen wie Männer“. In unserer Welt ist die Gleichberechtigung als Wertschätzung eben auch über den Verdienst definiert. Dabei besagt ja bereits die Definition: Es geht um viel mehr als um die Geschlechter-Frage. Gleichberechtigung ist auch ein Thema in der Inklusion, in der Schwulen- und Lesben-Bewegung oder ganz aktuell in der Integration von muslimischen Frauen. Wenn es nur noch um das Symbol von einem Stück Stoff geht. Ohne die Bedeutung hinter dem Tuch.

Ist die Gleichberechtigung vielleicht geglückt, wenn wir darüber gar nicht mehr reden und schreiben? Wenn alles selbstverständlich ist? Oder wenn kein Mensch (!) mehr die Zeitschrift „Emma“ kauft? Die UN definiert: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Das stimmt genau so wie die Annahme, dass Justizia blind ist und weltweit keine Unterschiede macht, wer vor dem Richterpult steht. Wir schreiben das Jahr 2016. Frauen dürfen bei uns frei wählen: in der Politik, beim Beruf oder auch, welchen Mann „frau“ ehelichen will. Oder eben auch nicht.

Und doch kommt die Emanzipation immer dann an ihre Grenzen, wenn die Mehrheit der Frauen nur innerhalb weniger frauen-typischer Berufe auswählt. Bürokauffrau statt Kfz-Mechatroniker (wie die Mehrheit der Jungs). Einzelhandelskauffrau oder Kosmetikerin statt Fahrlehrerin oder Informatikerin. Zur Entwicklungsgeschichte der Gleichberechtigung gehört die Annahme, dass allein die Präsenz von Frauen in Männer dominierten Bereichen zu Verbesserungen führen würde. Dass die Welt dann sozialer wäre, gerechter und zielorientierter. Weil Frauen viel mehr ihre Zeit einteilen müssten, durch Doppelbelastung in den Familien. Und? Was hat sich getan? Zumindest ist die Welt nicht friedlicher geworden. Wobei die Aggressoren auf unserer Erde fast ausschließlich Männer sind. Oft gewählt von Frauen.

Ok, diesen Text schreibt eine Frau. Sehe ich die Welt durch die rosarote Brille? Nein, eher kajal-schwarz gefärbt. Es gibt noch so viel zu tun für die Gleichberechtigung. Aber das ist für mich keine rechtliche Definition oder eine Quotenregelung. Die Keimzelle der Gleichberechtigung fängt in den Familien an, geht weiter in Kitas, Schulen und Unis oder aber in den Betrieben. Schön, wenn mehr junge Männer eine Lehre zum Kindergärtner machen würden … Oder wenn mehr Männer in Elternteilzeit wären und ihre Kinder nachmittags aus den Einrichtungen abholten. Oder wenn sich ein aktiver Bundesligaprofi zu seiner homosexuellen Neigung bekennen würde. Oder … Es gäbe viele Beispiele. Nein, es dürften keine Einzelfälle mehr sein. Sondern Selbstverständlichkeiten.

Und wie handhaben Sie das an Ihrem Arbeitsplatz, Ihrem Verein oder eben in Ihrer Familie?

Oktober 2016: Wertschätzung

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Als ich in den 80er Jahren mein Volontariat im Schwäbischen machte, hatte ich meinen Vertrag natürlich genau gelesen: 6 Monate Probezeit. Als das Ende des halben Jahres immer näher rückte, wurde ich nervös. Wann sprach mich endlich jemand an: hop oder top?! Weil nichts passierte, fragte ich meinen Ausbildungsleiter: „Können Sie mir schon etwas sagen? Habe ich die Probezeit bestanden?“ Seinen Blick vergesse ich nie: „Haben Sie irgendwas gehört?“ „Nein!“ „Na bitte“, sagte er, „Nix gschwätzt isch Lob gnuag.“ So schnell lernte ich Schwäbisch und die dazu gehörende Lebensart.

Wertschätzung ist das Gegenteil: Verbale und non-verbale Kommunikation, die Respekt und Anerkennung ausdrücken. Nichts zu sagen kann genau so missachtend sein wie Mobbing oder offene Schikane. Doch reden wir lieber vom positiven Begriff der Wertschätzung: Für mich auch immer ein Vorgang, der Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen auf Augenhöhe versetzt. Chef mit Mitarbeiter. Mutter mit Kind. Dienstleister mit Kunde. Beamter mit Bürgerin. Politikerin mit Wähler usw. Ich schätze Dich/Sie wert, in dem ich Dich/Sie respektiere, lobe, achte …

Wo beginnt die Wertschätzung und wann verkehrt sie sich ins Gegenteil? Wertschätzung hat für mich auch immer etwas mit imaginären Grenzen zu tun. Diesseits und jenseits stehen für Anerkennung oder Ablehnung. Diese Grenzen können fließend sein – und verlaufen für jeden anders. Der Duden gibt zur Bedeutungsübersicht an: „Ansehen, Achtung; Anerkennung; hohe Einschätzung“. Wie in so vielem geht es um das Gleichgewicht: Übertriebenes oder gar unberechtigtes Loben ist keine Wertschätzung, sondern einfach nur falsch. Das führt dann zu Bewerbungen im TV von Kindern, die nur schräge Töne rausbringen, aber von den Eltern bejubelt werden. Wertschätzung ist unabhängig von Leistung. Wertschätzung ist Würdigung der Persönlichkeit. Ohne Wertung und ohne Bedingungen.

Vielleicht ist es fehlende Wertschätzung, die zu Trennungen führt. Im Privatleben und im Business. Wertschätzung – zu wissen, was der andere kann und leistet, was ihn ausmacht, was man an ihm hat und was ohne ihn fehlen würde. Dabei geht Wertschätzung über die Einzeltat und den einzelnen Tag hinaus, sie bemisst das Gesamtbild und drückt darüber ihre Anerkennung aus. Ich frage mich, ob all‘ die Polemiker, Hetzer und Unreflektierten in dieser Zeit zu kurz gekommen sind. Ob das Fass der Wertschätzung einfach leer ist. Hier bringt der berühmte Tropfen das Fass voller Missachtung, fehlender Wertschätzung und Ignoranz zum Überlaufen. Gaben die Pfadfinder früher als Losung „Jeden Tag eine gute Tat“ aus, dann müssten wir heute wohl sagen: Jeden Tag eine Wertschätzung … Bestimmt sollten wir im Umgang mit anderen mehr darüber nachdenken. Und Wertschätzen lernen.

Zurück zum Anfang: Als junge Journalistin dürstete ich nach der Bestätigung, gut zu sein, weitermachen zu dürfen. Für meinen Ausbilder war der Umgang mit Probezeiten nur eine Formalie, pure Routine. Bezeichnend für die unterschiedliche Wahrnehmung von Wertschätzung. Für ihn eine Petitesse, für mich fast schon existenziell. Also dürfte Wertschätzung in der untersten Stufe etwas mit Aufmerksamkeit zu tun haben. Aufmerksam sein, was einen anderen betrifft, für den man zuständig ist. Verantwortung trägt oder für den man einen wichtigen Bezug hat. Vielleicht sogar für ihn wichtiger als für einen selbst. Nun? Wem gilt Ihre Wertschätzung heute?

November 2016: Respekt

11. november

Wer Respekt zeigt, wird zum Team-Player. Denn Respekt richtet sich auf andere aus: Mitmenschen, Gruppen, Tiere, Umwelt. Das ist die Voraussetzung für einen fairen Umgang miteinander. Und somit die Basis für eine funktionierende Gesellschaft. Vom Ich-bezogenen Menschen zum sozialen Wesen.Wer beruflich und privat langfristig etwas erreichen will, kommt mit einem egoistischen und arroganten Verhalten nicht weit. Nur wer lernt, mit anderen respektvoll umzugehen, wird am Ende selbst Respekt und Anerkennung gewinnen.“ So der Kommunikationstrainer, Autor und Coach Renè Borbonus, der mit seinem Vortrag „Respekt“ durch die Lande reist. Im März 2017 ist er in Karlsruhe einer der Referenten in der BNN-Reihe „Vorsprung durch Wissen“. 

Respekt taucht plötzlich überall auf. Auch an Werktoren, in Fußball-Stadien und Klassenzimmern. Die IG Metall nennt ihre Kampagne „Respekt – Aktiv und Engagiert gegen Rassismus“. Die Stiftung Lesen geht mit „Respekt, Respekt“ in Schulen und wirbt für „wertschätzenden Umgang“. Die „Respect“-Aktion der UEFA zeigt Kicker, wie sie für „Vielfalt, Fan-Kultur, Gesundheit, Umwelt und Zugang für alle“ werben. Angesichts von Ausschreitungen und üblen Fouls könnte man fast meinen: Das Engagement kommt zu spät.

Wissen viele nicht mehr, was Respekt bedeutet? Ist es eine leere Worthülse, oder haben wir Respekt verlernt? Das Wort hat in der Jugendsprache einen besonderen Klang. Ein bisschen kehlig und sehr hart: „Ey, Mann, ey, RESPECT!“ Gern genutzter Begriff selbst beim Gangsta-Rap. Manchmal zeigt Sprache, wohin die Reise führt: Respekt bekommt man nicht, Respekt verdient man. Das heißt wohl: Ohne Zutun und ohne Verdienste wird man nicht respektiert? Dazu gehört: Respekt wird gezollt. Einer besonderen Tat, Leistung oder Einstellung – und dem Alter. Fragen Sie sich mal selbst:

  • Wem erweisen Sie einen besonderen Respekt? Und warum?
  • Für was wollen Sie respektiert werden?
  • Für wen oder was würden Sie eine Respekt-Kampagne unterschreiben?
  • Aber auch: Wie erklären Sie einem Kind, was Respekt ist?

Längst an der Zeit, dass wir den Wert von Respekt wieder intensiver würdigen – und für uns selbst definieren. Wir Respekt gebührend an den Tag legen.

Dezember 2016: Glück als Business-Einheit?

12. dezember

Vor ein par Tagen sah ich ein Graffiti auf einem Fußgängerweg: „Bist du glücklich?“ Das ist eine Frage, die man sich ab und an stellen sollte. Verbunden mit der Definition: Was macht mich denn glücklich? Glück als Synonym für Freude, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit. In der Werbung wird das Glück häufig mit dem Erwerb eines Produktes verbunden. Du bist glücklich, wenn … Der Lieblings-Lieferservice von Frauen wirbt mit dem wunderbaren Gefühl, wenn eine Bestellung an der Haustür eintrifft: „Schrei vor Glück!“

Darf sich auch ein Unternehmen fragen, ob es glücklich ist? Oder gilt das nur für reale Personen? Bei Firmen reden wir wohl eher von „exzellenten Ergebnissen“, „hervorragenden Bilanzen“ oder Bestnoten in der Bewertung von Mitarbeitern und Bewerbern. Glück ist keine Business-Einheit. Dabei darf sich jeder, der mitarbeitet, durchaus fragen: Bin ich hier glücklich? Und wieder: Was ist dafür notwendig? Wissen Sie es? Oder ist das einfach gesetzt: Ich gehe halt arbeiten …

2016 haben wir einen Werte-Kalender in unserer Agentur herausgegeben. Das ganze Jahr über haben wir uns mit Begriffen beschäftigt, die uns wichtig sind. Von Frieden über Würde und Freiheit bis hin zu Bildung und Gleichberechtigung. Werte als Basis für eine funktionierende Gesellschaft und unsere Demokratie. Aber eben auch als Grundlage für Geschäftsbeziehungen. Denn was allgemein diskutiert wird und für einen auch persönlich gilt, fließt ebenso in unsere Arbeit mit ein. Betriebs-Frieden. Arbeitnehmer-Würde. Die Freiheit der Berufswahl. Lebenslanges Lernen mit Bildungs-Zielen. Gleichberechtigung in allen Formen. Lassen Sie uns also daran arbeiten, dass unsere Arbeit befriedigend ist, uns ausfüllt und ja – glücklich macht. Doch das geht nur, wenn wir uns als Team verstehen. Glück endet nicht beim eigenen Auftritt. Glück ist das Ziel der Gemeinschaft. Zusammen am Erfolg arbeiten. Win-win-Situation. Und nicht auf Kosten von anderen. Ein (zu) hehres Ziel?

Was meinen Sie? Bitte schreiben Sie mir.
ute.rische@agentur-exakt.de

Januar 2017: Typisch deutsch

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Welche Vorurteile haben Sie? Und wie viele? Nein, erzählen Sie mir nicht, Sie seien ein Mensch ohne Vorurteile. Das gibt es nicht. Liegt in unserer Natur, um zu überleben. Seit Urzeiten müssen wir schnell entscheiden, ist etwas oder jemand gut für uns oder eben nicht. Häufig haben wir nur äußere Merkmale als Bewertungsgrundlage. Der berühmte erste Eindruck. Stimmt, das muss noch kein Vorurteil sein, aber zumindest eine Vorverurteilung. Vorurteile sind bereits manifestiert. Manchmal harmlos: Frauen können nicht einparken. Männer hören nicht zu. Manchmal schädigend: Wenn wir dem anderen keine Chance geben, den Eindruck zu revidieren oder erst gar nicht aufkommen zu lassen. Viele Lebensbereiche bedienen ständig Vorurteile: Werbung, Politik, Kultur, Medizin… einfach in allen Bereichen des Lebens.

Immer wieder gut, wenn wir unsere Mechanismen selbst überprüfen. Warum reagieren wir so? Aus eigenen und damit verallgemeinernden Erfahrungen? Aus übernommenen und interpretierten Erzählungen? Weil wir durch unsere Erziehung und unser Umfeld dafür besonders empfänglich sind? Weil wir leicht auf Manipulationen hereinfallen? Weil es schon immer so war … Sprache transportiert unbewusst unsere Gedankenwelt. Wenn wir automatisch Begriffspaarungen nutzen. Früher der „langhaarige Bombenleger“ oder der „ungewaschene Sozi“, der „verklemmte Gartenzwerg-Sammler“. Heute der „klauende Nordafrikaner“ oder Schlimmeres. Die „lügende Presse“, der „korrupte Politiker“ oder das altbekannte, der „geldgierige Jude“. Bei der Suche nach der Quelle des (bösartigen) Vorurteils stoßen wir oft auf gezielte Steuerung, damit wir manchen Personengruppen gar keine Chancen geben. Gerade zum Aufputschen bei Kriegsgegnern. Und der Krieg beginnt nicht erst, wenn Bomben fallen.

Bleibt die Frage: Gibt es auch positive Vorurteile? Im Image oder als Auswirkung bei Handlungen. Ich lebe ganz gut mit dem Image, dass ich nicht einparken kann. So bestätige ich das Bild a) als Frau und b) als Blondine. Mit dem positiven Effekt: Mir wird das Einparken oft abgenommen (ok, so lerne ich es nie), und es wird keine zu große Erwartung an mich gestellt. Natürlich spielen wir auch im Marketing oft mit Vorurteilen. Wenn sich bei Automessen auf den Boliden halbnackte Modells räkeln. Pech nur, wenn viele Kaufentscheidungen durch Frauen getroffen werden, die das so gar nicht mögen. Natürlich ist die Identität, das Image, die Vorstellung einer Marke eine Form von Vorurteil. Zum Beispiel: Deutsche Autos sind solide. Kann stimmen oder nicht. Natürlich auch im Vergleich zu Automarken aus anderen Ländern. Schauen wir mal, was der Abgasskandal von VW daraus macht …

Das Thema ist unendlich. In den nächsten Monaten werden wir uns intensiv damit beschäftigen. Ach ja, was ist das typisch Deutsche? Verraten Sie es mir? Aus Ihrer Sicht. Und falls Sie „betroffen“ sind, was ist das typisch Deutsche an Ihnen selbst …

Bitte schreiben Sie mir.
ute.rische@agentur-exakt.de

Februar 2017: Typisch Frau

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Darf ich diesen Beitrag überhaupt schreiben? Typisch Frau – als Frau. Oder gerade als Frau über Frauenbilder? Und entstehen Klischees über Frauen nur durch Männer? Da muss ich selbst lachen – weil ich mich über so manches weibliche Wesen lustig mache. Kennen Sie die Weibsbilder, die ihre Handtasche in der Armbeuge baumeln lassen? Die übers Pflaster stöckeln und möglichst keine Miene verziehen? (Warum habe ich gerade Frau Beckham vor Augen?) Ok, das ist ein winziger Ausschnitt meines Vorurteils. Besonders schön, wenn man jemanden trifft, der optisch meiner Lästerei entspricht, aber sich als sehr nett entpuppt. Oder sehr klug…

Genau darum geht es: Wann blockieren uns Vorurteile und gaukeln eine nicht vorhandene Wirklichkeit vor. Klar, das liegt immer im Auge des Betrachters. Wir haben unsere geprägten Vorstellungen. Die werden vor allem durch optische Signale ausgelöst. Diesem Vorgang unterliegen viele Menschen bereits beim Kindchen-Schema: Rosa für Mädchen, Blau für Jungens. Davon leben Unternehmen und Produkte. Ich stelle immer wieder fest, dass alle Maries, Lailas, Shannons oder wie die heranwachsenden Frauen  heißen – quer über alle Nationen, Kulturen und Religionen – gerade diese Farbe lieben: ROSA. Dabei ist Rosa kein Ton, mit dem wir Stärke, Emanzipation oder Tatkraft verbinden. Eher den Ausspruch: „Oh, ist das süß“.

Wer seiner Tochter, Enkelin oder Nichte etwas Gutes tun möchte, sollte selbst kein Klischee bedienen. Denn das kann sich ein Leben lang fortsetzen. Oder wollen wir Frauen immer nur aufs Niedliche reduziert werden? Das muss jede und jeder selbst beantworten – wertungsfrei, wenn man denn nicht schon längst in der Rosa-Falle steckt.

Und was meinen Sie? Schreiben Sie mir doch:
ute.rische@agentur-exakt.de

März 2017: Typisch Mann

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Kennen Sie diesen Spruch (noch): „Indianer weinen nicht.“ Mit diesem Bild wurden jahrzehntelang Jungs groß gezogen – und Mädchen beeindruckt. Der Mann ohne Emotionen, die Frau als weiches und keineswegs rationales Wesen. Das funktioniert in unserer westlichen Welt nicht mehr. Männer zeigen Gefühl: im Sport, in der Politik, auch in der Wirtschaft. Und das ist gut so. Mit vielen Auswirkungen. Auch bei uns in der Werbung. Das Beste daran: Alles ist möglich. Der Mann kann genauso gut dem Sonnenuntergang in Cowboy-Manier entgegen reiten wie mit dem Baby auf dem Arm Windeln kaufen.

Wie sich der Wandel vollzogen hat? Das ist vor allem Frauen zu verdanken, die mit eingefahrenen Rollen nicht mehr länger zufrieden waren. Das Heimchen am Herd will doch keine mehr sein – selbst nicht in der Rolle der Hausfrau und Mutter. Wer sich hier emanzipiert hat, gestattete auch dem Mann eine neue Ausstrahlung. Bitte, liebe Herren der Schöpfung, wir wollen alles in euch: den kernigen Typen, den galanten Kavalier, den starken Heimwerker, den zärtlichen Liebhaber oder Vater, den mitteilungsfreudigen Kumpel oder den abwaschenden Gespielen. Lasst aus euch raus, was euch und uns glücklich macht.

Klar, ein paar Klischees dürfen sein. Mehrheitlich gehen Männer immer noch nicht gerne mit zum Schuhe shoppen, verwüsten beim Kochen die Küche, parken besser ein oder trinken eher Bier als wir Frauen. Ausnahmen bestätigen die Regeln. Also, was sagt uns das für die Erziehung nachfolgender Stammhalter? Gebt ihnen rosa Strampler und Püppchen zum Spielen, teilt sie zum Hausdienst ein und kuschelt viel mit ihnen. Vielleicht hat genau das den Herrschertypen Trump, Putin, Erdogan gefehlt. Das Beste daran: Wir Frauen haben es in der Hand! Indianer weinen nicht? Keine Ahnung. Ich kenne keinen. Aber ich kenne Männer, die das tun. Und ich habe nicht weniger Respekt vor ihnen. Ganz im Gegenteil!

Und was meinen Sie? Schreiben Sie mir doch:
ute.rische@agentur-exakt.de

Freuen Sie sich auf die nächsten Monate.

Fakten

1995 Gründung als PR-Büro in Rastatt

1997 Werbeagentur exakt

2008 Umzug in die eigene exakt-Villa
Das Team

Das Kernteam besteht aus Grafik-, Web- und Mediendesignern, Web-Entwicklern, Konzeptionern, Marketing- und Unternehmens- beratern, Textern und Werbe- assistentin bzw. Mediaplanern.
Und aus den beiden Agenturhunden Bonnie und Bandit, zwei Jack-Russel-Terrier.

Wir arbeiten zusammen mit Illustratoren, Programmierern, Fotografen, Kameraleuten, Technischen Redakteuren und Fachjournalisten.

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